Dabei lassen wir die uns Anvertrauten nicht allein, sondern begleiten sie. Das ist der Satz, auf den sich bei uns alles zurückführen lässt — und der schwerer einzulösen ist, als er klingt.

Aufwind ist der gemeinsame Nenner unserer Einrichtungen. Was sie verbindet, ist nicht die Methode — sondern das Ziel und die Bereitschaft, den Weg dorthin jedes Mal neu zu bestimmen.
Wer sich nicht sicher fühlt, kann nichts lernen. Stabilität ist keine Nebenwirkung, sondern Voraussetzung.
Alltag, Schule, Ausbildung, Geld — praktisch, konkret, im eigenen Tempo.
Ein Leben ohne uns. Daran lassen wir uns messen.
Jeder junge Mensch hat eine feste Bezugsperson — für Gespräche, Schule, Ärzte, Ämter und den Kontakt zu den Eltern. Beziehung entsteht nicht im ersten Gespräch, sondern beim fünften Versuch.
Wir arbeiten am Alltag, nicht an einem Modell davon. Was jemand mitbringt, ist unser Ausgangspunkt. Wir schauen auf das, was da ist, nicht auf das, was fehlt.
Eltern, Geschwister, Vormünder, Schule und Vereine gehören dazu — in dem Maß, das der junge Mensch mitträgt.
Auch eine Mehrheitsentscheidung ist bei uns eine schlechte Entscheidung, wenn ein Einzelner unangemessen darunter leidet.
Formale Gremien halten wir für eine kleine Hausgemeinschaft für ungeeignet. Dort geht es schnell um Mehrheiten, Ämter und das Durchsetzen von Positionen — und immer seltener um Rücksicht auf die, die gerade weniger Stimme haben.
Unser Ort für Beteiligung ist das gemeinsame Gruppengespräch. Dort wird alles besprochen, was ansteht — von der Raumgestaltung über Ferienfahrten bis zu den Gemeinschaftsregeln. Sonntags planen wir die Woche. Jeder darf ansprechen, vorschlagen und kritisieren — und wird ausdrücklich dazu ermutigt.
Wer will, wählt eine Sprecherin oder einen Sprecher. Und es gibt einen Wunsch- und Kummerkasten, für alles, was sich nicht laut sagen lässt.
Die erste Reaktion auf eine Beschwerde ist für einen jungen Menschen ein Schlüsselerlebnis: Hier zeigt sich, ob er ernst genommen wird. Die Einrichtungsleitung nimmt Beschwerden persönlich entgegen, bearbeitet sie in der Regel binnen einer Woche und meldet zurück, was daraus geworden ist.
Pädagogische Arbeit mit jungen Menschen, die vieles hinter sich haben, ist konflikthaft. Wer behauptet, fehlerfrei zu arbeiten, hat entweder aufgehört hinzusehen oder sagt nicht die Wahrheit. Was zählt, ist eine Kultur, in der Fehler benannt statt zugewiesen werden.
Beschwerdebögen liegen in den Gruppenräumen aus. Kontaktadressen externer Stellen hängen sichtbar aus — Leistungsträger, Beratungsstellen, die örtliche Pastorin.
Mit verbindlichen Verfahrens- und Handlungsplänen.
Bei Einstellung und danach in regelmäßigen Abständen, für alle Mitarbeitenden.
Wird zur Einschätzung von Gefährdungen hinzugezogen.
Was als Gewalt gilt, ist bei uns ausbuchstabiert — bis hin zu Formen,
die selten benannt werden.